Theatergruppe des VfL Iggingen präsentiert turbulente Komödie „Hilfe, wer hat meinen Körper geklaut“. Die Schauspieler glänzten unter der Leitung von Regina Schleicher in unterschiedlichen Rollen und bereiteten den Zuschauern ein Workout für die Lachmuskeln. / Heute und morgen Abend weitere Vorstellungen.

Eine Gemeindehalle gefüllt mit zufriedenen und erheiterten Gesichtern sowohl auf Seiten des Veranstalters als auch beim Publikum zeugten von der gelungenen Premiere des diesjährigen Theaterprogramms. Die Erwartungen wurden in den letzten Jahren sehr hochgeschraubt. Doch auch dieses Jahr wurden die Gäste nicht entäuscht.

Mehr als 2 Stunden lang beste Unterhaltung ließen kein Auge trocken. Lang anhaltender Applaus war der Dank für die hervorragenden Darbietungen der Theatergruppe des VfL Iggingen.

Das Bühnenstück „Hilfe, wer hat meinen Körper geklaut“, eine Komödie von Hans Schimmel erfordert neun Schauspieler. Für die routinierten Akteure des VfL Iggingen eine Herausforderung aber kein Problem.

Charlie Westermann ist ein Macho, wie er im Buche steht und als Verkäufer im Großhandel sehr erfolgreich. Als überzeugter Jungeselle jagt er jedem Rockzipfel nach. Frauen sind für ihn nur Menschen zweiter Wahl und ihm untergeben.

Dass er mit dieser Einstellung überall, insbesondere aber bei seiner Etagennachbarin Jana Herzig, aneckt scheint ihn nicht zu stören. Bis zu jenem Tag, als ein Stromschlag die Welt der beiden auf den Kopf stellt und sich der eine im Körper des jeweils anderen wiederfindet.

In der Hoffnung, dass sich dieser Zustand von alleine wieder aufhebt wollen die beiden die Situation geheimhalten. Dies erweist sich als gar nicht so leicht, da keiner der zwei mit dem Umfeld des anderen vertraut ist und sie es nicht schaffen ihren eigenen Charakter zu verbergen.

Da sind peinliche Situationen und Verwicklungen vorprogrammiert.

Schon zu Beginn des ersten Aktes wird klar, wer in der Nachbarschaft das Sagen hat und welchen Stellenwert die Frauen für Charlie Westermann einnehmen. Wie auf ihn zugeschnitten spielt Thomas Schleicher diese Rolle unnachahmlich. Die Zuschauer kauften ihm den Charakter vollkommen ab und man konnte durchaus spüren, dass dieses Machogehabe viel Munition für Gesprächsstoff bot.

Auf ihre aufbrausende, aber doch liebenswerte Art spielte Gudrun Schubert die weibliche Hauptrolle der emanzipierten Nachbarin Jana Herzig.

 

Laute Musik gibt des öfteren Anlass zum Streit zwischen diesen beiden und beim Kampf um den Stecker der Stereoanlage geschieht das völlig Unerwartetete. Auf einen Schlag ist alles anders und das Bewusstsein des jeweils anderen befindet sich im fremden Körper. Durch hervorragende schauspielerische Leistung konnte der Zuschauer diesem Wechselspiel einfach folgen, was sich des Öfteren in lautem Lachen äußerte.

Markus Horvath spielte auf seine charmant lustige und freche Art Harry, den Freund von Charlie.

Harrys Frau Anna, hervorragend gespielt von Christine Sachsenmaier, empfindet Charlies schlechten Einfluss auf ihren Mann als störend, da sie selbst in ihrer Ehe das Zepter in der Hand behalten möchte.

Der Körpertausch entpuppt sich teilweise dann doch als nützlich, besonders als die beiden beruflich vor vermeindlich unlösbare Aufgaben gestellt werden. Charlies Chefin Erika Teufel, verkörpert durch Regina Schleicher verlangt vom Macho die Vermarktung der Neuauflage der Sissi-Trilogie und Janas Chef Bruno Schneeberger, unverkennbar gespielt von Gerhard Schmid, nötigt Frauen in seiner Redaktion mehr „Bereitschaft“ zu zeigen.

Der hilfsbereite Hausmeister Richard Sämling, treffend gespielt von Sebastian Schmid, Möchtegernfrau Sabine Wolke, brilliant naiv und toll gespielt von Jutta Maier, sowie Ludmilla Steinhof, die Haushaltsgehilfin von Charlie, auf ihre derb lustige Art verkörpert von Elke Wengert machen das Ensemble komplett und ließen dem Pubklikum kaum Zeit zum Durchatmen.

Gespickt von vielen guten Sprüchen und außergewöhnlicher Situationskomik wurde somit der Abend zum Erlebnis.

Unverkennbar war wiederum die Handschrift von Regina Schleicher, die nicht nur in ihrer Rolle glänzte, sondern neben der Organisation der Veranstaltung auch für die Regie verantwortlich war.

Als Souffleuse leistete Brigitte Knecht-Dammenmüller unverzichtbare Dienste. Für die Maske und die Kostüme legten sich Karin Frank und Elke Wengert mächtig ins Zeug. Besonders hervorzuheben sind auch die Beteiligten rund um die Kulissen. Jutta Mannsperger, Susanne Sachsenmaier-Wahl, Ernst Schauaus, Otto Ocker und Walter Kollin schufen ein einzigartiges Bühnenbild, welches authetisch und mit einigen Hinguckern besetzt die Geschichte zum Leben erweckten. Um die passenden Requisiten kümmerte sich Theresa Seitzer.

Neben vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfern trugen auch Rolf Hirschauer und sein Team durch professionelle Licht- und Tontechnik, sowie die Statisten Julian Wehner und Theresa Seitzer zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Samstag 04.11. um 20 Uhr sowie Sonntag 05.11. um 19 Uhr besteht nochmals die Möglichkeit die Igginger Theatergruppe anzusehen. Karten dazu gibt es an der Abendkasse.

Auf einen „Schlag“ ist alles anders.